Rod McBrown

 

Wie allgemein bekannt ist, möchte ich am liebsten nur Gegenstände von annehmbarer Verarbeitung und vor allem mit guten Design in meiner Umgebung haben. Aus diesen Gründen sind die meisten Sachen um mich herum, inklusive Auto, Sonnebrille, Uhr, etc. zwingendermaßen deutlich über dreissig, meist über vierzig Jahre alt. Manche Dinge jedoch, vor allem Computer, müssen aus ebenso zwingenden Gründen relativ neu sein. So taucht das Problem auf, wie man sich vor einer ästhetischen Verseuchung der privaten Umgebung durch hässliche, pseudo-moderne Plastikklumpen schützen kann.

(Gelegentlich ist noch unbekannt, dass die Moderne im Bereich von Design/Architektur vor über 40 Jahren, und im gesamt-gesellschaftlichen Kontext vor ca. 70 Jahren endete. Auch die kreative Frühphase der Post-Moderne ist längst vorbei, so dass noch ein passendes Wort für den aktuellen Zustand fehlt.)

Zum Glück hat mein bester Freund Rod McBrown hat einige sehr feine Sachen gebaut. Nachdem er einen C64 als PC wieder in Betrieb genommen hat, baute er mir freundlicherweise auch ein Exemplar. Meine Vorgaben waren:

- Die originale Tastatur, an der es sich besser tippt als an allen neuen, die ich erprobt habe, musste verwendbar sein.

- Nicht nur Festplatte und Motherboard, sondern auch Netzteil sollten ins Gehäuse untergebracht werden.

Gesagt, getan:

Natürlich fehlte noch ein DVD-Brenner. Wo sonst sollte sie sitzen als in einer 1541 Typ 1? Das Laufwerk fährt nach leichten Druck auf den Knebel von selbst heraus, die originalen LED sind angeschlossen, so dass die rote LED beim Schreiben im Takt blinkt. Der Joystick (Quickshot Modell 1) dient als zusätzliche Cursor-Taste.

Rod McBrown beim Wechseln der Festplatte:

Und wie man sieht, ist inzwischen auch endlich eine passende Maus vorhanden. Das Scrollrad befindet sich diskret an der Seite und kann mit dem Daumen bedient werden.

Für unterwegs wäre auch ein Media-Player mit eigenem Bildschirm nicht schlecht. Aus einem Radiogehäuse der 1960er, das ich ihm geschenkt hatte, baute er ein Modell 1:

Nach einiger Suche fand ich das perfekte Gehäuse, einen tragbaren Universum-Fernseher von 1968.

Und er läuft, beim Beladen am PC64.

Wie man sieht, ist die Original-Optik erhalten, die gekrümmte Plastiklinse tarnt auf das Farb-LCD. Auf der Rückeite war noch Platz für einen Kartenleser.

Etwas später wurde noch ein Zwilling gebaut.

Und hier habe ich dem Gerät einen eigenen Halter gebaut, wenn es nicht auf Reisen ist.

Bald entstand bei mir der Bedarf für ein neues Gerät. So perfekt wie der C64 als Alltags-PC ist, benötigte ich noch einen "tragbaren" (tragbar im Sinne des SX64 oder des Revox A77 Koffermodells) Computer mit fest eingebauten Bildschirm. Aufgrund chronischen Geldmangels sollten alle Teile aus dem eigenen Restefundus stammen bzw. für Pfennigbeträge gebraucht zu bekommen sein. Für knapp dreissig Euro fand sich ein Flachbildschirm, für 5 Euro eine Tastatur, die Elektronik und Chassis baute ich aus meinem alten Towergehäuse aus. Das stilistisch passende Gehäuse entwarf ich selbst, Vorbild waren elektronische Musikinstrumente der 1960er; Pultform, Holzseitenwände und schwarzes Kunstleder. Letzteres hatte ich noch von der Autoreperatur übrig, und ich besorgte noch ein billiges Holzbrett, das ich mit selbstgerührten Farbpigmenten in optisch edleres Holz verwandelte.

Das verwertete Tower-Gehäuse und eine in Form gesägte alte Tastaturabdeckung zeigen schon die spätere Form.

Und hier ist das fertige Gerät. Die Lautsprecher sind diskret unter der gepolsterten Mittelplatte versteckt, die auch als Mousepad dienen kann. Vermutlich sogar als Sitz, aber auf die Belastungsprobe verzichte ich lieber.

Während die verchromten Einschalter in der Front (auf dem Bild nicht sichtbar) von einem 1960er Fernseher stammen, ist die Lüfterabdeckung auf der Rückseite aus einer 1970er Autolautsprecher-Box gefertigt, die ich einmal in einem London-Taxi eingebaut war. Das DVD-Laufwerk ist ebenfalls diskret auf der Rückseite, und die Überhänge des Gehäuses sind nicht nur ein guter Blendschutz, sondern bewahren Bildschirm und Tastatur vor Beschädigungen beim Transport.

Natürlich muss jeder irgendwann anfangen. Als Jugendlicher versah ich in den 1980ern meinen Commodore mit schwarzer Farbe, vernickelten Totenköpfen (die Betriebs-Led beleuchtete die Augen) und anderem Zierrat. Wie man sieht, war ich schon damals ein Pionier des Rat-Look.

Trotzdem wirke meine Konstruktion etwas blass gegenüber der Version von Rod McBrown, der seinen 64 in ein 614er Gehäuse einbaute und auch technisch aufrüstete.

Auf den folgenden Bildern ist das Gerät nach einer Überholung mal bei mir zu Besuch.

Was mir besonders gut gefällt, ist der inzwischen angebrachte Halter für den Kleinbildschirm. Damals hätte man sich nicht träumen lassen, einmal RDS ohne schweren Fernseher oder Monitor zu spielen.

Das ist allerdings noch nicht alles. Ich werde sicherlich noch Bilder diverser Konstruktionen einstellen.

 

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