MuK

Während meines Kunst-Praktikums gehörte ich zu einer Gruppe von Studenten der JLU, die den Auftrag hatten, eine neue Innengestaltung für das MuK (Musik und Kulturkneipe) zu gestalten, das in einem alten Wehrmachtsbunker in Gießen an der Lahn untergebracht ist. Das Projekt bestand aus dem Erstellen von Entwürfen und deren anschließende Umsetzung im Modell und echten Bau inklusive Vorarbeiten. Erwartungsgemäß ergaben sich auch in der relativ kleinen Gruppe heftige Kontroversen um den Stil der Innengestaltung. Einige meiner Entwürfe wurden als zu düster oder morbide abgelehnt, dafür konnte ich einige fremde knallbunte Konzepte verhindern, die mich doch zu sehr an die Schlümpfe erinnerten. Nach einiger harter Arbeit, die erwartungsgemäß hauptsächlich von einem harten Kern der Gruppe durchgeführt wurde, kam man schließlich doch noch zu einem Konsens. Ich habe das gesamte Projekt in einem umfangreichen Katalog dokumentiert, der im MuK erhältlich ist. Ein paar Photos daraus zeige ich hier.

Das Café war eine der heftigen Kontroversen.Ich wehrte mich heftig gegen Entwürfe, nach denen es z.B: Neongrün mit bunten Rechtecken oder kunterbunt in verschiedenen Farben gemalt werden sollte. Ich schlug eine Art von Verfallsoptik vor, die dem desolaten Zustand des Umfeldes und die Farbigkeit der (unverändert gebliebenen) Kellerräume zitierte. Acu hier fand sich ein gütlicher Kompromiß, ich malte zwei der Wände in meinem ursprünglichen Entwurf in Grau, Ocker und Grüner Erde, während die gegenüberliegenden Wände im anderen Stil gestaltet wurden, aber auf die Gesamtwirkung eingehen. Den dunkelgrünen Streifen malte ich übrigens nach Vorbild der bemoosten, feuchten Wände und als praktischen Schutz gegen die unvermeidlichen Fußabdrücke an solchen Orten.

Diese beiden Bilder nahm ich mit der technischen Unterstützung von Rod McBrown auf. Das rechte Photo erschien als Titelbild der Zeitschrift Expreß zu einem Artikel über die MuK Gestaltung. Leider taucht mein Name entgegen der Absprache nicht als Urheber des Titelphotos auf, stattdessen gab der für den Artikel verantwortliche Mitarbeiter nur seinen eigenen Namen als Urheber zu den Photos an, die den Artikel begleiteten. Ein Anruf bei der Redaktion half leider auch nicht weiter; mir ist nicht bekannt geworden, daß jemals eine Richtigstellung erfolgte.

Den Vorraum mit den Lavastreifen malte ich komplett alleine; mein Entwurf zu dem Raum fand aber allgemeine Billigung. Die Flammen um das Lüftungsrohr war ein spontaner Einfall. Wie bei allen Räumen unterstützte man sich bei den Vor- und Nacharbeiten. Das Mühsamste war das Abschleifen der alten Farbschichten, woran mehrere Leute alleine in diesem kleinen Raum tagelang arbeiteten.

Links photographierte mich Rod McBrown vor dem fertigen Werk. Rechts sieht man das für eine Ausstellung zerlegte Modell des MuK, daß selbst im Leichenwagen gerade noch Platz findet. Weiter unten folgen mehrere Flyer und Einladungskarten, die ich für die Vorausstellung und Einweihungsparty entworfen hatte.

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